
Die offensichtlich bewusste Wahl von Datum und Ort für den Bundesparteitag der Möchtegern-Alternative für Deutschland führte zu einer eindrucksvollen Demonstration der Ablehnung der in weiten Teilen rechtsextremen und insgesamt rückwärtsgewandten Politik dieser Partei: zwischen 31.000 (Angabe der Polizei) und 50.000 (Angabe der Veranstalter) Menschen gingen friedlich und freundlich auf die Straßen Erfurts.
Das Fest der Demokratie malte in der Innenstadt ein buntes Bild einer offenen und solidarischen Gesellschaft. Auf dem wegen Überfüllung zeitweise von der Polizei gesperrten Messe-Parkplatz (zugelassen für 15.000 Personen) wurde lautstark und kreativ, mit vielen mitreißenden Musikeinlagen und motivierenden Redebeiträgen (u.a. Bodo Ramelow, Dr. Jens-Christian Wagner, Luisa Neubauer) für eine demokratische und menschliche Politik demonstriert.

Freilich: „Only bad news are good news.“ galt auch an diesem Tag, so dass die unter 0,001% (unter 1 Promille) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die gewalttätig wurden, die Schlagzeilen der Medien bestimmten. Schon im Vorfeld wurde ein Schreckensszenario aufgebaut, z.B. die Kinder schon am Vormittag aus der Schule nach Hauses geschickt…
Fazit des Tages: vor den Demonstranten musste und muss lediglich die AfD Angst haben, dass sie ihnen die erhofften Erfolge verhindern. Möge das gelingen!
Das Beitragsbild ist provokativ, soll aber darauf aufmerksam machen, dass die etwas intensivere Beschäftigung mit der Politik der AfD nur zu deren Ablehnung führen kann.
– Die AfD macht Politik für Reiche.
– Sie leugnet den menschlichen Anteil am Klimawandel.
– Sie macht geflohene Menschen zu Sündenböcken für gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme, wie seinerzeit die Nazis die Juden. Sie will massenhafte Abschiebungen vornehmen ungeachtet der Tatsache, dass Deutschland inzwischen in vielen Bereichen dringend auf die Mitarbeit von Geflüchteten angewiesen ist. Die Auswirkungen des Ausscheidens der Boomer-Generation aus dem Arbeitsleben können nach Ansicht von Experten allein noch durch Geflüchtete abgemildert werden.
– Sie kungeln mit Autokraten wie Putin oder Trump.
– Sie wollen das zivilgesellschaftliche Engagement ausbremsen.
– Sie nutzen die sogenannten sozialen Medien intensiv zur Verbreitung von Fake-News, reißerisch aufgemachten Halbwahrheiten, Hass und Hetze.
– Sie treten unverhohlen für Nationalismus ein, der ganz im Trumpschen Stil nur den eigenen Vorteil im Blick hat.
– Sie ist nach einem aktuellen Gutachten eindeutig verfassungsfeindlich.
Zum Weiterlesen:
ZEW: Fiskalische Auswirkungen der Wahlprogramme