Studie spricht von finanzieller Zeitbombe durch Klimawandelfolgekosten

Einer Studie der New Economics Foundation zufolge droht die Verschuldungsquote der EU-Mitglieder bis 2050 um 58% zu steigen, wenn nicht entschiedenere Maßnahmen gegen den Klimawandel und für Anpassungsmassnahmen ergriffen werden.
Für Deutschland prognostizieren sie einen Unterschied von 52% erhöhter Verschuldung gegenüber 22% bei einer Erhöhung der Investitionen um 1% des Bruttoinlandsprodukts.

Ursächlich dafür sind die tatsächlichen wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels, die in den staatlichen Schuldenprognosen nicht berücksichtigt würden. Da die Klimakrise Produktivität, Infrastruktur und Sektoren wie Landwirtschaft, Verkehr und Energie schädige, gingen das Bruttoinlandsprodukt und die Steuereinnahmen zurück, heißt es in der Studie. 
Gleichzeitig aber steigen die Kosten für Reparatur und Wiederaufbau durch häufigere klimawandelbedingte Katastrophen.

Sebastian Mang, einer der Autoren der Studie, mahnt deshalb: «Manche behaupten, Europa habe kein Geld, um gegen die Klimakrise zu investieren. Diese Forschung zeigt das Gegenteil: Europa kann es sich nicht leisten, Klimainvestitionen nicht zu priorisieren.»

Eine stärkere und widerstandsfähigere Wirtschaft entstehe nicht durch den Abbau grüner Regulierung, sondern durch gezielte Investitionen in Infrastruktur und Technologien, die Europa wettbewerbsfähiger und sicherer machen. Beispiele dafür seien etwa günstigere erneuerbare Energien, Elektroautos, öffentlicher Verkehr und Wärmepumpen sowie Anpassungen an extremes Wetter.